Über mich

Ich habe mich in meiner Promotion über den "Begriff des Friedens bei Herbert Marcuse"  intensiv mit dem Begriff des Friedens, seit seiner Entstehung aus dem Indogermanischen, befasst. 

Seine sprachliche Wurzel heißt pri, was Zustände gegenseitiger Hilfe der Liebe und Schonung bedeuten: Liebe wird nicht als gefühlsmäßige Bindung, sondern als „Zustand ungekränkten Rechts, der Freundschaft und gegenseitigen Liebe“; „Schonung“ als „Zustand aufgehobener Gewalttätigkeit" verstanden. Der Begriff ist als Urerfahrung das Sein dem Wesen nach und stellt im Modus des Urvertrauens eine autopoietische Struktur dar: „Es freue sich, wer da atmet im rosigen Licht.“ (Schiller)

 

Was ist das Sein des Friedens? Schonung.    
Was ist das Wesen des Friedens? Lieben.

 

Friede hat in Form von erotischer Liebe und Gewaltlosigkeit sowie als intentionale Kollektivität von Schonung sein Wesen in sich. Die ontologische Bewegung des Friedens ist die Schonung des/der Anderen, was die Spezies und die Bio-/Geo-Ökologie beinhaltet.

Frieden fordert also im geschichtlichen Ablauf, als erlebtes Urvertrauen, seine (soziale) Umsetzung und bleibt somit Nahziel und Fernziel in einem (Bloch).

Frieden ist somit ein Denken in der Bewegung der bioökologischen Nachhaltigkeit, welches in Form des Nachhaltigkeitsdreiecks  - das in einer Wechselwirkung aus Ökologie, Sozialem und Ökonomie zueinander besteht -  ökonomisch und sozial verwirklichbar sein sollte.

Mein Leben:

Geboren wurde ich in Tirol, Österreich.

 

Aufgewachsen bin ich am Land, im Inntal zwischen den Bergen. Dort verbrachte ich in der sehr entschleunigten Umgebung eine glückliche Kindheit wie Jugend. Reflektorisch betrachtet war diese Unbeschwertheit mit unbedarften Abenteuern von Jungs und Mädchen das unbefangene Spiel, welches bereits Schiller in seiner 'Ästhetischen Erziehung' für Erwachsene einforderte.

Nach der Volks- und Hauptschule absolvierte ich eine Lehre als Bürokaufmann. Danach arbeitete ich, neben meinem Hobby als Photograph, als Buchhalter und Finanzbuchhalter. Nachdem mich diese unspektakuläre Aufgabe mit gutem Verdienst geistig zu wenig forderte, begann ich  als Verkäufer in einem Geschäft für Designartikel und Einrichtungsgegenstände zu arbeiten.

Angesichts der gefühlten Beengtheit durch die Berge, welche den Horizont des Blicks begrenzten, übersiedelte ich in die Niederlande. Dort kam ich das erste Mal mit der Realität der politischen Systeme in Berührung. Das bedeutete, dass ich als Österreicher nur eingeschränkt am Arbeitsmarkt einsetzbar war (Österreich war noch nicht in der EU). Somit konnte ich nur einfache Arbeiten wie Reinigung, Schichtarbeit oder kurzfristige Jobs im Gastgewerbe ausführen. Obwohl dies zum Leben reichte, war ich geistig unterfüttert und daher beschloss ich in ein buddhistisches Zentrum zu übersiedeln (Maitreya Center).

Dieser Abschnitt prägte mein weiteres Leben, denn ich begann Erfahrungen (Gefühle, Emotionen), Menschen (Freunde, Bekannte) und Ereignisse (Informationen) anders wahrzunehmen. Während dieser Zeit lernte ich mit dem Leben und Tod differenziert umzugehen, was durch spezielle Meditationen gelehrt wurde. Für Buddhisten ist es nicht gegeben, dass man als Mensch zu einem bestimmten Ort und/oder friedfertigen Zeit auf die Welt kommt. Es könnte auch anders kommen, wie z.B. man/frau kommt als Tier (Nutztier für eine Supermarktkette), als Tiefseefisch ohne Licht;  in einem Slum als Bettler (Lebenserwartung bis max. 40 Jahre); als Sklave in einem Dritte-Welt-Land bzw. einer Diktatur/Tyrannei zur Welt. Diese Erkenntnis gilt ebenso für den Tod: Wir wissen nicht wann er kommt und dann ist es zu spät. Er kann friedvoll, natürlich in angenehmer Umgebung, freiwillig aufgrund einer Krankheit; spontan, aufgrund eines Unfalls - oder gewaltsam, grausam, brutal - ein treten. Das ist alles ungewiß und nicht vorhersehbar. Daher sollte man/frau versuchen, zu sich selbst zu finden, um in diesem Moment in sich Ruhen zu können. Dann wird einem der Tod nichts anhaben können - er ist ein essentieller Teil des evolutionären Prozesses.

 

Nach dieser psychophysischen Transformation meines Selbst sowie einer beginnenden prekären ökonomischen Situation, kehrte ich nach Österreich zurück. Dort absolvierte ich neben der Arbeit als Disponent die Abendschule (Fachabitur). Während dieser Zeit begann ich mich erneut mit Kunst zu beschäftigen, mit dem längerfristigen Ziel, an einer Kunstakademie zu studieren. Leider war ich einerseits zu alt, d.h. nicht mehr 'formbar genug' (Wien), andererseits waren meine Kunstwerke 'zu ausgereift' (Rietfeld, Amsterdam), um angenommen zu werden.

 

Somit blieb nur ein dritter Weg über*: Das Studium der Philosophie (Universität Wien). Sie vereinigt Kunst, Spiritualität (Weisheit),  Ethik   und Wissen (Antike). Die praktische als Philosophie der Gegenwart durch Soziologie, Psychologie, Politik und Physik (Quantentheorie, Kybernetik). Dazu studierte ich Kunstgeschichte, welche ich mit einem Bachelortitel abschloss, ausserdem Soziologie und Astronomie (beide mehr als Hobby). Ein weiteres war Philosophieren mit Kindern, das Freunde starteten. Das bereitete sehr viel Spaß, da Kinder und Jugendliche noch unbedarfte Fragen stellen und durch keine Theorien beeinflusst wurden.

Philosophie wurde immer mehr zu meinem Lebensinhalt, speziell nachdem ich nach Berlin übersiedelte um meine Promotion zu schreiben.  Hier - in dieser Stadt, die noch die Seele atmen läßt und das Politische kritisch hinterfragt, beendete ich 2015 meine Dissertation mit Auszeichnung. Während dieser Zeit des kritischen Berlins entstanden einige Photoserien: Siehe https://www.kunstquarks.de/

 

Neben dem Studium arbeitete ich einer WG für demente Menschen und pflegte privat. Somit kam ich wieder mit dem Tod, diesmal praktisch in Berührung. Ausserdem absolvierte ich eine Ausbildung zum Mediator und Coach, welches ich als philosophischer Lebens-/Freitodberater ausübte.

 

 

* Nachdem ich aufgrund eines spirituellen Unfalls  - ein Lehrer veranlasste mich ein tantrische Meditation auszuführen, die für Laien sowie ausserhalb eines Klosters verboten war - beinahe gestorben wäre, hörte ich auf aktiver Buddhist zu sein. Die Ereignisse im tib. Buddhismus (schism) bestätigten diese Entscheidung. Die Ärzte des behandelnden Krankenhauses erklärten die Frist zu Leben zwischen fünf und zehn Jahren. Somit verblieb eine begrentzte Zeitspanne bis zum Ende meines Lebens. Für ihre Ehrlichkeit bin ich den Ärzten der Uniklinik Innsbruck bis heute dankbar. Ich konnte mich in Ruhe auf den Tod vorbereiten, und erhielt nebenbei genug Zeit, mein bisheriges Leben zu reflektieren!

Aber - ich bin nicht gestorben. Mit viel Hilfe vonseiten meiner Familie sowie anderen Lehrern, die gleichfalls die Tödlichkeit dieser Meditation erkannten, konnte ich in das Leben zurückkehren. Dieses erlebte Sorge und Zutrauen für das Lebende versuche ich seit damals weiter zu geben. In gewissem Sinne eine Art Dankbarkeit dem unergründlich Lebendigen gegenüber (siehe "Über Uns").